Schlauchbäder gehören zu den anspruchsvollsten Badgrundrissen. Sie sind schmal, langgezogen und oft durch begrenzte Bewegungsflächen, feste Leitungspositionen und optische Engstellen geprägt. Gleichzeitig wünschen sich viele Haus- und Wohnungsbesitzer ein modernes, komfortables Bad, das sich trotz der Maße gut nutzen lässt. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie ein Schlauchbad professionell planen, welche Grundrissvarianten realistisch funktionieren und wie Sie den Raum am besten gestalten und welche Sanitärelemente und Möbel gut in schmale, lange Bäder passen.

Was genau ist ein Schlauchbad?
Ein Schlauchbad ist ein schmaler, länglicher Raum, dessen Breite deutlich geringer ist als seine Länge. Typisch sind Breiten von etwa 1,60-1,80 m und Längen von 3-5 m. Dieses Verhältnis führt zu begrenzter Bewegungsfläche und starken Einschränkungen bei der Positionierung der Sanitärelemente. Hinzu kommt: Schlauchbäder finden sich besonders häufig in Altbauten oder Bestandswohnungen, in denen Leitungsführung und Wandaufbauten wenig variabel sind.



Welche Herausforderungen bringt ein schlauchförmiges Badezimmer mit sich?
Durch eingeschränkte Bewegungsflächen, technisch begrenzte Sanitärpositionen und weitere Herausforderungen im Design gestaltet sich die Planung von Schlauchbädern oft schwierig. Wenn diese misslingt, kann das die Nutzung stark behindern. Denn diese Probleme beeinflussen sowohl die Funktionalität als auch die optische Wirkung des Raums.
Typische Planungshürden bei schmalen, langen Bädern erklärt:
Enge Laufwege und eingeschränkte Bewegungsflächen
In Schlauchbädern sind Bewegungsflächen häufig kleiner als die empfohlenen 75–100 cm vor WC, Waschtisch oder Dusche. Werden diese Mindestzonen unterschritten, entsteht ein eingeschränkter Bewegungsfluss. Türen können mit Sanitärbereichen kollidieren, und Engstellen führen dazu, dass bestimmte Bereiche nur schwer zugänglich sind.
Ungünstige Sanitärpositionen und Leitungswege
Sanitärelemente müssen an Leitungssträngen angeschlossen werden, die in Bestandsgebäuden oft festgelegt sind. Fallrohre, Steigleitungen und vorhandene Vorwände schränken mögliche Positionen ein. Werden Sanitärobjekte ohne Berücksichtigung dieser Leitungszwänge platziert, entstehen funktionale Nachteile wie lange Rohrwege, unzureichendes Gefälle oder erhöhte Geräuschübertragung.
Optische Enge durch Materialmix, Schnitte und Linienführung
Unruhige Fliesenbilder, viele Materialwechsel oder wechselnde Fugenrichtungen „zerstückeln” den Raum visuell. Dadurch erscheint er schmaler, als er ist. Eine klare, reduzierte Materialwahl mit wenigen Schnittkanten sorgt dagegen für optische Ruhe und eine größere Tiefenwirkung.
Welche Situation trifft auf Sie zu?
Im Folgenden bieten wir Ihnen zahlreiche Tipps für erfolgreiche Badkonzepte bei schmalen, langen Räumen. Sie finden sowohl Infos für die erstmalige Planung des Grundrisses als auch Hinweise für eine Teilsanierung und barrierefreie Neuausrichtung eines Schlauchbads. Springen Sie von hier aus direkt zu den passenden Ratgebern.
Was planen Sie?
A) Gesamte Neuplanung & -gestaltung
Wie plane ich mein Schlauchbad grundlegend neu?
Für eine funktionale Grundstruktur müssen zuerst alle technischen Bedingungen geklärt werden. Anschließend folgt die logische Gliederung der Funktionsbereiche. Erst auf dieser Basis lassen sich Grundrissvarianten zuverlässig bewerten.
Bestandsaufnahme & technische Rahmenbedingungen klären
Eine vollständige Bestandsaufnahme definiert den realen Planungsspielraum. Dazu gehören:
- exakte Raummaße
- Tür- und Fensterpositionen inklusive Schwenkrichtungen
- Leitungswege von Wasser, Abwasser und Elektro
- tragende Wände und mögliche Vorwandaufbauten
- Raumhöhe, Fensterbank und Heizkörperposition
Diese Informationen bestimmen, wo Sanitäranschlüsse realisierbar sind und wo Bewegungsflächen entstehen können.
Funktionszonen logisch gliedern
Sanitärelemente sollten so angeordnet werden, dass Bewegungsflächen nicht kollidieren und Leitungswege effizient bleiben. Eine Zonierung in einzelne Bereiche (wie Waschen, Duschen etc.) reduziert Engstellen und sorgt für eine klare Struktur.
Welche Grundrissvarianten funktionieren in schmalen Bädern?
Funktionierende Grundrisse zeichnen sich dadurch aus, dass Bewegungsflächen nicht unterbrochen werden und Sanitärpositionen an technischen Leitungswegen ausgerichtet sind. Die drei folgenden Varianten haben sich in der Praxis als zuverlässig erwiesen:

1) Sanitär entlang der Längsseite platzieren
Hier stehen WC, Waschtisch und Dusche nacheinander an einer Wand. Die lineare Anordnung minimiert Unterbrechungen der Bewegungsfläche und schafft eine klare Sichtachse.
Vorteile:
- effiziente Leitungsführung
- kein Herausragen großer Objekte in den Raum
- ruhiges Erscheinungsbild
Nachteile:
- begrenzte Flexibilität bei sehr schmalen Breiten

2) Dusche oder Wanne an der Stirnseite nutzen
Ein großes Element wie Dusche oder Wanne wird an der kurzen Raumseite platziert. Dadurch bleibt der Haupteingangsbereich frei, und die Raumlänge wirkt weniger betont.
Vorteile:
- optische Öffnung des Raums nach hinten
- gute Platzierung für Walk-in-Duschen oder Raumsparwannen
Nachteile:
- Stirnseite kann dunkler wirken; gezielte Beleuchtung nötig

3) Nischen & Vorwandflächen gestalterisch einsetzen
Vorwände nehmen Installationen auf und schaffen gleichzeitig Nischen. Sie gliedern den Raum zusätzlich.
Vorteile:
- strukturierte Flächen
- zusätzliche Ablagemöglichkeiten
- versteckte Installationen
Nachteile:
- 10–25 cm Tiefenverlust je nach Konstruktion
Dusche oder Badewanne – was passt besser zu meinem Schlauchbad?
Ob eine Dusche oder eine Badewanne sinnvoll ist, hängt von den Nutzungsanforderungen, dem Bewegungsraum und dem vorhandenen Leitungsverlauf ab. Eine Dusche ist meist platzsparender, während eine Wanne dann sinnvoll bleibt, wenn regelmäßige Badnutzung gewünscht ist.
Wann eine Dusche geeigneter ist
Eine Dusche ist vorzuziehen, wenn:
- ein offenes Raumgefühl erzielt werden soll
- die Bewegungsfläche sehr begrenzt ist
- ein barrierearmer Zugang gewünscht wird
- die Breite unter 1,70 m liegt
Wann eine Badewanne geeigneter ist
Eine Wanne bietet Vorteile, wenn:
- regelmäßige Badegewohnheiten bestehen
- Kinder den Raum nutzen
- therapeutische Wärmebäder relevant sind
- die nötige Breite des Raumes vorhanden ist
Wenn eine Dusch-Badewannen-Kombination sinnvoll ist
Kombilösungen funktionieren, wenn die Raumlänge ausreichend ist (mind. ca. 1,70 m) und sowohl Duschkomfort als auch gelegentliches Baden benötigt werden. Eine geradlinige Wanne mit Duschabtrennung ist für enge Räume oft die praktikabelste Lösung.
Wie kann ich mein Schlauchbad optisch größer wirken lassen?
Der Raum wirkt größer, wenn Sie Materialmixe reduziert, klare Linien definiert und Lichtreflexionen gezielt einsetzen. Entscheidend ist, dass die Wand- und Bodenflächen optisch zusammenhängend erscheinen und keine starken Unterbrechungen erzeugt werden.
Unsere Tipps:

Materialien & Fliesen bewusst reduzieren
Große Formate erzeugen ruhige Flächen, weil weniger Fugen sichtbar sind. Helle, matte Oberflächen streuen Licht gleichmäßig und wirken raumerweiternd. Empfehlungen:
- maximal zwei Materialwelten
- große Fliesenformate (ab 30×60 cm)
- matte statt glänzender Oberflächen
- reduzierte Fugenbreiten

Linienführung gezielt einsetzen
Klare Fugenrichtungen ordnen die Flächen. Vertikale Linien betonen die Höhe, horizontale Linien die Breite. Eine einheitliche Verlegerichtung an Wand- und Bodenflächen verhindert optische Zerstückelung. Empfehlungen:
- einheitliche Fugenrichtung
- keine mehrfachen Richtungswechsel
- Übergänge bewusst setzen

Spiegel, Glas & Reflexionen nutzen
Spiegel vergrößern den Raum visuell, indem sie Tiefe erzeugen. Glasabtrennungen verhindern, dass die Dusche optisch als Block wahrgenommen wird. Empfehlungen:
- Spiegel bis zur Decke
- Glasabtrennungen nutzen statt solider Trenn- / Duschwände
- indirekte Beleuchtung hinter Spiegeln
Welche Beleuchtung funktioniert im Schlauchbad besonders gut?
Eine geeignete Beleuchtung erzielt eine gleichmäßige Helligkeit, vermeidet Schattenzonen und unterstützt die Tiefenwirkung. Allgemein gilt: Mehrere Lichtquellen funktionieren besser als eine zentrale Leuchte.
Unsere Tipps für die Beleuchtung von langen, schmalen Badezimmern:
Lichtzonen statt Einzelleuchte
Grund-, Spiegel- und Akzentlicht schaffen eine abgestufte Beleuchtung. Diese Kombination erhöht die räumliche Tiefe und lässt den Raum offener erscheinen.
Spiegel- und Frontlicht für Gesichtszonen
Licht von oben und von den Seiten verhindert Schlagschatten im Spiegelbereich. Neutralweiße Farbtöne (ca. 4000 K) bieten klare Konturen bei der täglichen Pflege.
Indirektes Licht entlang der langen Raumachse
Indirektes Licht an Decke oder Wand streckt den Raum visuell, da keine harten Schatten entstehen. LED-Profile entlang der Längsseite verteilen das Licht gleichmäßig.
Welche Sanitärelemente passen gut in ein schmales, enges Bad?
Besonders praktisch sind Sanitärlösungen, die mehr Raumtiefe schaffen oder zusätzliche Bewegungsflächen freilegen.
Moderne Duscheinheiten als Upgrade
Walk-in-Duschen oder schmale Glaskabinen sind gut geeignet für Schlauchbäder. Sie benötigen weniger Platz als Wannen und wirken durch klare Glasflächen optisch nicht zu wuchtig. Bodengleiche Ausführungen erhöhen zudem die Barrierefreiheit.
Vorteile:
- raumöffnende Wirkung
- verbesserte Zugänglichkeit
- leicht zu reinigen
- geeignet bei engen Türbereichen
Badewannen in schmalen oder asymmetrischen Ausführungen
Für Schlauchbäder eignen sich Raumsparwannen oder asymmetrische Modelle, die an der Schulter breiter sind und nach unten schmaler zulaufen.
Schmale, wandhängende Waschtische in rechteckiger Form
Schmale Waschtische (40–45 cm Tiefe) sorgen für mehr Bewegungsfreiheit in Schlauchbädern. Eine rechteckige Waschbecken-Form sorgt gleichzeitig dafür, dass sie die genutzt Tiefe maximal ausnutzen. Wandhängende Varianten wirken zudem besonders leicht auf begrenztem Raum.
Vorteile:
- mehr Bewegungsfläche
- klare Linienführung
- besser nutzbare Ablageflächen
- geeignete Kombination mit schmalen Unterschränken
Kompakte WC-Lösungen
Standard-WCs haben eine Ausladung von ca. 70-75 cm. Verkürzte Modelle liegen oft bei 60-65 cm.
Vorteile kompakter Modelle:
- zusätzliche Bewegungsfläche
- reduzierte Konflikte mit Türschwenkbereichen
- harmonischere Proportionen im schmalen Raum
Welche Badmöbel bringen im Schlauchbad den größten Effekt?
Möbel sollten in schmalen Badezimmern möglichst wenig Tiefe beanspruchen und vermehrt die Raumhöhe nutzen. Glatte Fronten und geschlossene Stauraumlösungen sorgen außerdem für eine ruhige Optik auf begrenztem Raum.
Schmale Waschtischunterschränke mit viel Nutzfläche
Unterschranktiefen von 30-40 cm sind ideal. Breitere, aber weniger tiefe Modelle schaffen Stauraum, ohne den Raum zu blockieren.
Hochschränke oder halbhohe Möbel als Raumoptimierer
Bei Schränken in Schlauchbädern gilt die Devise: in die Höhe bauen, nicht in die Tiefe! Hochschränke nutzen die Raumhöhe optimal aus, während halbhohe Möbel etwas weniger wuchtig wirken. Beide Varianten sorgen für Stauraum, ohne Bewegungsflächen großartig einzuschränken.
Spiegel- und Licht-Elemente als Doppelfunktion
Spiegelschränke bieten Stauraum und verbessern die Beleuchtung zugleich. Sie verbinden Funktion und optische Vergrößerung.
Sind Schlauchbäder barrierefrei oder altersgerecht gestaltbar – und worauf muss ich achten?
Barrierefreiheit kann auch auf engem Raum möglich sein, erfordert jedoch eine genaue Überprüfung, eine fachgerechte Flächenplanung und gegebenenfalls maßgeschneiderte Lösungen. Denn in vielen Schlauchbädern sind Türbreiten und Wandabstände begrenzt. Hinzu kommt: Auch Details wie Gefälle, Haltegriffe und Installationshöhen müssen barrierefrei ausgeführt werden. Eine Fachplanung von einem erfahrenen Profi ist daher unerlässlich.
Fazit – Warum sich eine professionelle Planung im Schlauchbad doppelt auszahlt
Eine durchdachte Planung ist die halbe Miete
Eine strukturierte Planung reduziert enge Stellen, hilft bei der optimalen Positionierung von Sanitärelementen und verbessert die Raumwirkung. Dadurch entsteht ein funktionales, gut nutzbares Bad, das auch optisch überzeugt – trotz schmalem, engem Grundriss. Durchdachte Lösungen steigern die Nutzbarkeit und erhöhen langfristig den Komfort des Badezimmers. Deshalb lautet unsere Empfehlung: Wenn Sie ein Schlauchbad besitzen oder neu planen, sollten Sie Grundriss, Material- und Beleuchtungskonzept sowie Sanitär- und Möbelauswahl nur in Betreuung durch einen professionellen, erfahrenen Berater planen.
Unser Service für Sie – Beratung, Planung und Umsetzung aus einer Hand
Wir unterstützen Sie bei der Planung und Umsetzung Ihres Badezimmers – egal, ob Sie ein großes, kleines oder barrierefreies Bad planen müssen. Unsere Leistungen umfassen:
- individuelle Beratung zu Grundrissen, Materialien und Sanitär
- professionelle Planung auf Basis technischer Rahmenbedingungen
- große Auswahl an Fliesen und Sanitärelementen
- Muster, Designideen und persönliche Betreuung in der Ausstellung
- zuverlässige Umsetzung durch erfahrene Fachbetriebe
Visualisierungen von Krüger Hannover

