Bei der Bauplanung von Bodenbelägen und Bauwerken werden gezielt sogenannte Bewegungsfugen eingeplant. Sie sollen die Konstruktion vor einer Beschädigung durch thermische, hygrische oder mechanische Verformungen schützen.
- Definition: Was sind Bewegungsfugen?
- Alternative Bezeichnungen: Wie werden Bewegungsfugen außerdem bezeichnet?
- Typen: Welche Arten von Bewegungsfugen gibt es?
- Anwendungsbereiche: Wo sind Bewegungsfugen wichtig?
- Umsetzung: Wie werden Bewegungsfugen im Detail geplant?
- Material: Womit werden Bewegungsfugen gefüllt?
Definition: Was sind Bewegungsfugen?
Bewegungsfugen sind gezielt geplante Trennungen zwischen Bau- und Konstruktionsteilen, die Materialbewegungen aufnehmen. Sie ermöglichen es verschiedenen Komponenten eines Bauwerks, sich bei Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen sowie mechanischer Belastung unabhängig voneinander zu bewegen. Ziel ist es, Spannungen zu minimieren und die Bildung von Rissen oder Verformungen zu vermeiden.
Alternative Bezeichnungen: Wie werden Bewegungsfugen außerdem bezeichnet?
Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzbereiche und Funktionen sind für Bewegungsfugen verschiedene Bezeichnungen geläufig, darunter:
- Dehnungsfugen / Dehnfugen
- Dilatationsfugen
- Raumfugen
- Bauwerksfugen
Typen: Welche Arten von Bewegungsfugen gibt es?
Die Beanspruchungen der Bauteile kann in mehreren Richtungen und auf verschiedene Weisen auf das Material einwirken. Demnach werden verschiedene Arten von Fugen unterschieden, wie etwa:
- Setzungsfugen: ermöglichen eine unterschiedlich starke Setzung von aneinanderliegenden Konstruktions- oder Gebäudeteilen
- Schwindfugen: z.B. wegen des Trocknungsprozesses von Estrich nötig
- Gebäudetrennfugen / Bauwerksfugen: zur Trennung von verschiedenen Gebäudeteilen
- Randfugen: am Rand einer Fläche erforderlich, z.B. am Übergang zwischen Boden und Wänden
- Anschlussfugen: Gleichen Spannungen z.B. an Fenstern und Türen aus.
- Feldbegrenzungsfugen: zur Vermeidung von schädigender Spannung zwischen den Fliesen und Platten eines Bodenbelags
Anwendungsbereiche: Wo sind Bewegungsfugen wichtig?
Die Bewegungsfuge ist bautechnisch zentral in verschiedenen Bereichen. Dazu zählen:
- Estrich: Sinnvoll angeordnete Fugen vermeiden Risse.
- Fliesen und Platten: Bewegungsfugen müssen zwischen Wand und Boden und auf der Fläche verteilt werden.
- Bauteile aus Beton: Fugen sichern bauliche Integrität.
Umsetzung: Wie werden Bewegungsfugen im Detail geplant?
Die Bewegungsfugen müssen je nach Anwendungsbereich und Projekt geplant und umgesetzt werden. Das könnte wie folgt aussehen:
- Fugenbreite, die Abstände zwischen den Fugen und die Anordnung der Fugen planen (abhängig von Faktoren wie Art, Größe und Form des Bauteils und Belags sowie die Art der mechanischen Beanspruchungen)
- Fugen reinigen (für korrekte Umsetzung der Bewegungsfugen erforderlich)
- Spalt mit Hinterfüllmaterial ausfüllen und Fugenrand abkleben
- Fugenmasse einfüllen und anschließend mit einer Glättkelle glätten
- Klebeband und überschüssiges Füllmaterial beseitigen
Material: Womit werden Bewegungsfugen gefüllt?
Bewegungsfugen werden in Schichten mit bestimmten Materialien gefüllt, welche die Aufnahme von Bewegungen und Spannungen in den Flächenteilen bzw. Bauteilen zulassen:
- Fugeneinlagen aus Materialien wie Silikon, Polyurethan und anderen elastischen Dichtstoffen
- Fugen- und Schwerlastprofile aus Metall oder PVC
- Hinterfüllmaterial, z.B. Mineralfasermatten oder Schnüre aus PE-Schaum

