Wir erklären den Fugenschnitt als optisches Gestaltungselement, seine Vorteile und sowie mögliche Herausforderungen bei der Fliesenverlegung im Fugenschnitt.
Definition: Was ist ein Fugenschnitt?
Mit dem Fugenschnitt ist ein spezielles Verfahren zur Verlegung von Fliesen und Platten gemeint: Werden Fliesen im Verband verlegt, entstehen durch die Kanten der Fliesen Linien im Raum. Beim Fugenschnitt werden diese Linien auf der angrenzenden Fläche ohne Versatz weitergeführt. Dazu wird die Länge mindestens einer Kante der Fliesen aufeinander abgestimmt. So entstehen beispielsweise zwischen Wand- und Bodenfliesen durchgehende Fugen.
Vor- und Nachteile: Warum (keinen) Verbundestrich nutzen?
Der Fugenschnitt wird als Verlegungstechnik vorrangig eingesetzt, um eine bestimmte optische Wirkung zu erzielen: Während versetzte Fugen unruhig auf das Auge wirken können, erzeugen durchgehende Fugen eine einheitliche Linienführung über mehrere Flächen hinweg. So verlaufen beim Fugenschnitt beispielsweise die Fugen zwischen Boden- und Wandfliesen auf einer ununterbrochenen Linie.
Auf diese Weise sorgt der Fugenschnitt nicht nur für ein harmonisches Gesamtbild, sondern kann – bei geschicktem Einsatz – den Raum optisch auch vergrößern. Damit eignet sich das Verfahren insbesondere bei der Verlegung von Fliesen in kleinen Räumen. Der optische Effekt wirkt außerdem in Kombination mit schlichten Fliesendesigns besonders stark.
Verarbeitung: Was ist beim Einbringen von Verbundestrich zu beachten?
Einschränkungen bei der Fliesenwahl
Mit dem Einsatz des Fugenschnitts als Verlegeart gehen zum einen Einschränkungen bei der Auswahl der Wand- und Bodenfliesen einher. Zwei Aspekte sind hierbei zu beachten:
- Das Format der Fliesen:
Die Verwendung unterschiedlicher Formate für Wand und Boden ist nur begrenzt möglich. Denn für durchgehende Fugen und damit die Umsetzung des Fugenschnitts müssen mindestens zwei Kanten der Fliesen, im Idealfall vier, in ihrer Länge übereinstimmen. - Die Kalibrierung der Fliesen:
In der Regel weichen die genauen Kantenlängen von Fliesen unterschiedlicher Kollektionen minimal voneinander ab. Dies kann beim Fugenschnitt jedoch zu Problemen führen, da das Verfahren präzise aufeinander abgestimmte Kantenlängen voraussetzt. Deshalb kommen hier nur kalibrierte beziehungsweise rektifizierte Fliesen infrage. Diese werden bei der Herstellung alle auf dieselbe Größe zugeschnitten.
Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf der Fliesen unbedingt nicht nur auf das Nennmaß, sondern wählen Sie Varianten, die in den technischen Merkblättern als rektifiziert ausgezeichnet sind.
Anforderungen an den Einsatzort
Um die volle Wirkung des Fugenschnitts zu erzielen, ist zum anderen ein genauer Blick bei der Raumgeometrie nötig. Als Faustregel gilt: Je komplizierter der Raum und je mehr Wandvorsprünge oder Nischen dieser aufweist, umso schwieriger wird es, mithilfe des Fugenschnitts eine harmonische Raumwirkung zu erzeugen.
Bei Altbauten kann die Umsetzung darüber hinaus durch nicht rechtwinklig aufeinandertreffende Flächen erschwert bis verhindert werden.
Schwierigkeiten bei der Umsetzung
Das Fugenschnitt-Verfahren stellt nicht zuletzt an die Fliesenleger bei der Umsetzung hohe Anforderungen. Mit Bezug auf den Raum, die Wahl der Fliesen und weiterer vorbereitender Maßnahmen sind Fachkenntnisse und eine genaue Planung gefragt. Die Verlegung muss außerdem höchst präzise erfolgen. Denn beim Fugenschnitt fallen bereits kleinste Versätze und Fehler auf und zerstören die optische Wirkung.

