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Nennmaß

Nennmaß von Fliesen

Was sind Nennmaße, wie werden sie festgelegt und was sagen sie über Fliesenformate aus? Wir erklären den Begriff Nennmaß im Fliesen-Kontext, wie sich der Wert berechnet und welche technischen Angaben des Herstellers beim Kauf von Fliesen zu beachten sind.

Definition: Was ist das Nennmaß von Fliesen?

Das Nennmaß beschreibt die handelsübliche Größe, unter der Fliesen im Fachhandel angeboten und gruppiert werden. Es handelt sich dabei um ein gerundetes Maß in Zentimetern, zum Beispiel 30 x 60 cm. Dieses Maß dient als Orientierungshilfe für Kunden und Planer, obwohl es nicht der exakten physikalischen Fliesengröße entspricht. Denn beim Produktionsprozess treten durch Brennen und Schrumpfen leichte Abweichungen auf, die im Nennmaß nicht berücksichtigt werden. Dennoch ist es das zentrale Maß für die Formatwahl, Produktsuche und Preisvergleich im Handel.

Vergleich: Nennmaß, Werkmaß, Koordinationsmaß

Werkmaß

Das Werkmaß – auch Herstellmaß genannt – bezeichnet das von der Produktion angestrebte Fliesenmaß. Es wird in Millimetern angegeben, beispielsweise 297 x 597 mm. Ziel ist es, durch standardisierte Produktionsverfahren möglichst gleichmäßige Maße innerhalb einer Charge zu erreichen. Das Werkmaß liegt dabei in der Regel leicht unter dem Nennmaß, da beim Brennvorgang ein gewisser Schrumpfprozess eintritt.

Koordinationsmaß

Das Koordinationsmaß berücksichtigt neben dem Werkmaß auch die geplante Fugenbreite. Es beschreibt somit den exakten Raum, den eine Fliese inklusive Fuge im Verlegeverband einnimmt. Beispiel: Bei einem Werkmaß von 29,7 cm und einer Fuge von 3 mm ergibt sich ein Koordinationsmaß von 30 cm – was in diesem Fall dem Nennmaß entspricht. Damit ist das Koordinationsmaß besonders praxisnah für die Flächenplanung.

Die Unterschiede im Überblick

Maßart Beschreibung
Nennmaß Gerundete Handelsgröße, z. B. 30 × 60 cm. Dient der Orientierung und Planung.
Werkmaß Produktionsmaß in mm. Meist leicht kleiner als das Nennmaß.
Koordinationsmaß Werkmaß plus Fugenbreite. Relevant für die Flächenberechnung.

Hintergrund: Warum sind die unterschiedlichen Maßangaben wichtig

Die klare Unterscheidung von Nennmaß und Werkmaß hilft dabei, typische Fehler bei der Fliesenverlegung zu vermeiden. Missverständnisse entstehen häufig, wenn Kunden von einem bestimmten Nennmaß ausgehen, ohne die tatsächlichen Maße zu prüfen. Dies kann zu ungleichmäßigen Fugen, Versätzen oder Lücken führen. Wer Fliesen richtig planen, kalkulieren und verlegen möchte, sollte daher immer auch auf Kaliber, Fugenbreite und Maßtoleranzen achten. Besonders bei großformatigen Fliesen sind exakte Angaben unverzichtbar.

Weitere wichtige Angaben zur Fliesengröße

Kalibrierung

Kalibrierung beschreibt die Sortierung von Fliesen nach Produktionschargen mit identischem Maßbereich. Jede Charge wird mit einem Kaliberwert gekennzeichnet. Kaliber „0“ liegt nahe am Nennmaß, höhere oder tiefere Zahlen bedeuten Abweichungen nach oben oder unten. Diese Abweichungen können bei großformatigen Fliesen über einen Zentimeter betragen. Für ein sauberes Fugenbild sollten nur Fliesen mit identischem Kaliber gemeinsam verlegt werden.

Rektifizierung

Rektifizierte Fliesen sind nach dem Brennen maschinell exakt zugeschnitten. Sie weisen dadurch nahezu keine Maßtoleranzen auf und besitzen präzise rechtwinklige Kanten. Dadurch kann die Fugenbreite sehr gering gehalten werden – oft nur 2 mm – und das Verlegebild wirkt besonders gleichmäßig. Da bei rektifizierten Fliesen das Werkmaß dem Nennmaß sehr nahekommt, sind sie ideal für moderne, fugenarme Fliesenbilder geeignet.

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