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Trittschalldämmung bei Fliesen

Eine Fliesen-Trittschalldämmung reduziert die Übertragung von Trittschall bei harten Bodenbelägen wie Keramik oder Naturstein. Da Fliesen Schwingungen besonders effizient weiterleiten, steigt ohne Dämmung der Geräuschpegel in angrenzenden Räumen erheblich. Im Folgenden erklären wir das Prinzip hinter Trittschalldämmungen sowie gängige Dämmweisen. Außerdem finden Sie grundlegende Hinweise rund um die Verlegung.

Definition: Was ist eine Trittschalldämmung?

Eine Trittschalldämmung ist eine Schicht im Bodenaufbau, die die Weiterleitung von Körperschall reduziert. Sie trennt den Fliesenbelag akustisch von der tragenden Geschossdecke und senkt so den Trittschallpegel. Praktisch heißt das: Schallvibrationen werden gedämpft und Geräusche durch Gehen, Verschieben von Möbeln, laufenden Haushaltsgeräten oder ähnlichem in anliegenden Gebäudeteilen sind weniger laut hörbar. Im Aufbau sitzt die Trittschalldämmung – je nach System – unter dem Estrich, im Estrich oder direkt unter den Fliesen.

Damit unterscheidet sich die Trittschalldämmung klar von reinen Entkopplungsmatten, welche die Spannung im Boden reduzieren und so beispielsweise Fliesen-Risse verhindern sollen.

Hintergrund: Was ist Trittschall?

Trittschall einfach erklärt

Trittschall ist Körperschall, der durch mechanische Einwirkungen entsteht. Typische Auslöser sind Schritte, das Verschieben von Möbeln oder herabfallende Gegenstände. Die Impulse versetzen den Boden in Schwingungen, die über Decken und Wände in andere Räume übertragen werden. Gemessen wird Trittschall in Dezibel über den Norm-Trittschallpegel; je niedriger dieser Wert, desto besser die akustische Entkopplung.

Unterschied zwischen Tritt- und Luftschall

Luftschall entsteht durch Quellen wie Sprache, Musik oder Geräusche von Haushaltsgeräten. Trittschall dagegen wird über feste Bauteile weitergeleitet. Da Luftschall und Körperschall (wie Trittschall) unterschiedliche Dämpfungsmaßnahmen benötigen, ist die Unterscheidung wichtig: Luftschall wird durch Masse reduziert, Trittschall durch elastische Zwischenschichten. Fliesen bieten zwar guten Luftschallschutz, verstärken aber Trittschall erheblich.

Warum ist eine Trittschalldämmung unter Fliesen nötig?

Eine Trittschalldämmung ist – vor allem unter Fliesen – notwendig, um angrenzende Räume vor lauten Geräuschen durch herumlaufende Menschen, vibrierende Waschmaschinen et cetera abzuschirmen. Denn gerade Bodenbeläge aus Keramik und Naturstein leiten Schall aufgrund ihrer hohen Dichte und Steifigkeit besonders stark weiter. Ohne Dämmung entsteht ein Resonanzeffekt, der Geräusche in darunterliegende Räume transportiert. Ein gefliester Boden ohne entsprechende Dämmungsmaßnahmen würde also Lärm in angrenzenden Etagen verursachen.

Deshalb ist durch baurechtliche Normen wie der DIN 4109 ein Mindest-Schallschutz der Decke vorgesehen. Die Trittschalldämmung ist zuletzt also auch nötig, um die Compliance mit Bauvorschriften zu sichern.

Welche Arten von Trittschalldämmung gibt es (Formate und Materialien)?

Trittschalldämmungen für geflieste Böden gibt es in verschiedenen Materialien und Formaten. Sie müssen in jedem Fall druckstabil sein, die genaue Ausführung wird je nach Bodenaufbau und -aufbauhöhe ausgewählt.

Sie sind zum einen als dicke Platten erhältlich, die akustisch sehr effizient sind, aber nicht für Sanierungs- und Bauprojekte geeignet sind, die nur eine geringe Bodenaufbauhöhe erlauben. Zum anderen gibt es Trittschalldämmungen in Form von dünnen Matten. Diese dämmen Trittschall zwar weniger effizient, sind aber aufgrund ihrer geringen Höhe vorteilhaft.

Trittschalldämmungen sind in der Regel aus einem der folgenden Materialien gefertigt:
Styropor (EPS)

  • Hartschaum (XPS)
  • Mineralwolle (Glas oder Stein)
  • Gummigranulat bzw. Kork-Gummi

Wie wird die Trittschalldämmung im Bodenaufbau integriert?

Eine Trittschalldämmung kann auf drei unterschiedliche Weisen im Bodenaufbau verlegt werden:

  1. Trittschalldämmung unter dem Estrich (v.a. in Neubauten, Aufbau höher): Rohdecke, ggf. Ausgleichsschicht, Trittschalldämmung, Trennlage, schwimmender Estrich, Fliesenkleber und Fliesenbelag
  2. Trittschalldämmung im Estrich (v.a. bei Sanierungsprojekten und Holzbalkendecken): Rohdecke, ggf. Ausgleichsschicht, Trockenestrich-Elemente mit integrierter Trittschalldämmung oder Estrich auf einer speziellen elastischen Zwischenschicht, Fliesenkleber und Fliesenbelag
  3. Trittschalldämmung über dem Estrich (v.a. bei Sanierungsprojekten und geringen Aufbauhöhen): Estrich, ggf. Ausgleichsschicht, spezielle Trittschall-Entkopplungsmatte (für Spannungsabbau und geringer Trittschalldämmung), Fliesenkleber und Fliesenbelag

Achtung bei gefliesten Böden: Soll eine Trittschalldämmung über dem Estrich und unter Fliesen verlegt werden, ist eine druckstabile Lösung nötig, um Fliesenschäden zu vermeiden. Sind alternative Bodenbeläge wie Laminat geplant, kann die Trittschalldämmung auch aus weicheren Materialien gefertigt sein.

Was ist bei der Verlegung von Trittschalldämmungen mit Fliesen zu beachten?

Bei der Umsetzung der Trittschalldämmung gibt es unter anderem folgende wichtige Punkte zu beachten:

  • geltende baurechtliche Normen oder Vertragsdetails einhalten: bezüglich des jeweils benötigten Schallschutzes, auch bei Sanierungen mit Wechsel des Bodenbelags (z.B. von Teppich zu Fliesen)
  • maximale Aufbauhöhe und Türanschlüsse beachten: besonders bei Sanierungen, Höhe des Bodens muss kompatibel mit Gebäude sein
  • Fußbodenheizung bedenken: maximalen Wärmedurchlasswiderstand von Bodenbelag und Trittschalldämmung prüfen, geeignete Dämmmaterialien und Bodenaufbauten für Heizestriche nutzen
  • weitere Schallbrücken vermeiden:B. durch Randdämmstreifen an der Wand
  • Hinweise der Systemhersteller konsequent umsetzen: Kompatibilität von Trittschalldämmung auf Bodenaufbau essenziell

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